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Von Schadflächen profitieren?

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Durch Trockenstress und Insektenbefall entstehen in den Wäldern sogenannte Störungsflächen. Die absterbenden Bäume in solchen Waldstücken bedeuten häufig einen Schaden für die Forstwirtschaft. Aus diesem Grund sind diese Flächen im  Forstjargon auch als Schadflächen bekannt.

Anders als die Bezeichnungen solcher Areale vermuten lassen, bieten sie ein bemerkenswertes Lebensraumpotential für naturschutzrelevante Artengruppen.

Für die Wissenschaft gilt es deshalb zu untersuchen, welche Auswirkungen die Störungsflächen auf die Biodiversität des Schwarzwaldes haben.
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Dieser Frage geht Dr. Veronika Braunisch an der FVA nach. Gemeinsam mit ihrem Team untersucht sie die Auswirkungen dieser Flächen auf die Biodiversität vor Ort.
Welche Tier- und Pflanzenarten profitieren von toten Bäumen und lichten Wäldern, welche eher nicht. Das sind Fragen, denen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachgehen.

Die Biodiversität auf den Flächen zu untersuchen, ist oft ein komplexes Unterfangen. Verschiedenste Bereiche werden berücksichtigt, um ein gutes Bild von der Artenvielfalt in den ausgewählten Waldstücken zu bekommen. Das Team nimmt beispielsweise Bodenvegetation, Waldstrukturen, Fledermäuse, Brutvögel, Auerhuhnnachweise auf; Kamerafallen geben ihnen Auskunft über verschiedene Säugetiere wie Schalenwild oder kleine und große Beutegreifer. Ebenso werden Tagfalter, Totholzkäfer und andere Insekten untersucht.

Einige Methoden zeigen wir euch im Folgenden, kommt mit uns auf die spannende Fläche und vergesst nicht den Ton anzuschalten!
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Zuerst ist das sogenannte Vermarken der Untersuchungsfläche dran. Jede Untersuchungsfläche wird mit fünf fest vermarkten Vegetationspunkten versehen, an denen später sowohl Waldstrukturen als auch Vegetation aufgenommen werden.

Der Mittelpunkt der Fläche dient auch als Vegetationspunkt. Die restlichen vier werden von der Mitte ausgehend mit einem Kompass im Uhrzeigersinn,  im 90° Winkel eingemessen.

Die Punkte werden fest im Boden vermarkt und per GPS gespeichert. Hölzerne Pfähle erhöhen zusätzlich die Sichtbarkeit der Untersuchungsfläche.
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An fünf Vegetationspunkten werden die Deckung und die Arten der Pflanzen prozentual aufgenommen. Das geschieht in der Kraut- und Baumschicht.

Am Mittelpunkt der Vegetationspunkte misst das Team die Lichteinstrahlung, die durch die Baumkronen gefiltert auf den Waldboden trifft. Durch den Nadelverlust der Fichten auf den Störungsflächen ist die Baumkronendeckung gering, womit der Lichteinfall signifikant steigt.

So breiten sich Pflanzen aus, die an dunkleren Standorten nicht vorkommen. Dazu gehören zum Beispiel Himbeere und Drahtschmiele, und auch der Fingerhut profitiert von mehr Licht.

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Insekten nehmen abgestorbene Bäume gerne als vielfältigen Lebensraum an. Welche Arten auf den Störungsflächen zu finden sind, lässt sich anhand zweier Methoden bestimmen.
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Dr. Maria Georgi übernimmt einen Teil der Tagfalterkartierungen. Hierfür werden die Tiere entlang von einem Transekt im Wald mit einem Kescher gefangen, bestimmt, und danach wieder freigelassen.
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Mit akustischen Aufnahmegeräten, den sogenannten „Audiomoths“ werden Brutvogelgesänge aufgenommen und später werden diese von einem Experten bestimmt.

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Die Wildtierkameras dienen der Beobachtung von verschiedenen Säugetieren, sie werden z.B. an Wildwechseln oder Äsungsflächen aufgehängt.


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"Im Zuge des Klimawandels werden die Störungen in unseren Wäldern in Zukunft zunehmen –  die Forschung wird daher immer wichtiger.

In unserer Arbeit wollen wir herausfinden, ob und wie die vermehrt auftretenden Störungen in unseren Wäldern für die Biodiversitätsförderung im Wald genutzt werden können. Auf insgesamt 45 Flächen nehmen wir verschiedene Artengruppen sowie Strukturparameter auf. Was uns besonders interessiert, ist, welche Behandlung der Störflächen sich wie auf welche - besonders naturschutzrelevanten - Arten auswirkt. Soll man die Flächen lieber räumen oder sich selbst überlassen? 

Ein Ziel des Projekts ist zudem, Ausweisungszeiträume für eine temporäre Stilllegung abzuleiten, da der Faktor Zeit für die Entwicklung von Strukturen – und daran gebundenen Arten – eine große Rolle spielt."



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Totholzinsekten


Kreuzfensterfallen dienen dem Fang von fliegenden Insekten, insbesondere Käfern. Die Farbstreifen auf der Falle simulieren dabei Rinde und verschiedene Blütenfarben. Die Tiere fliegen gegen die Innenwände und fallen dann in den Sammelbehälter. Dieser ist mit Fangflüssigkeit gefüllt, in dem die Tiere konserviert werden. Der Behälter muss regelmäßig geleert werden.


An der FVA werden die Insekten vorsortiert, von einem Experten werden die Totholzkäfer bestimmt und die restlichen Insekten werden genetisch untersucht.
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Zusätzlich zur Kreuzfensterfalle gibt es den Leimringbaum. Das ist ein Totholzbaum, der für Totholzbewohner viele interessante Strukturen und Mikrohabitate bietet, wie zum Beispiel Höhlen oder Baumpilze. An diesem wird eine Folie mit Leim angebracht. Auf der Folie bleiben die Insekten kleben. Auch hier werden die Tiere an der FVA vorsortiert und später genau bestimmt.
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